Nordmazedonien

Dienstag, 26.03.2019

In Nordmazedonien waren die Straßen gleich wieder deutlich besser. Kurz hinter der Grenze bog ich in eine Schlucht ab, die sich entlang des kleinen Flüßchens Radika und weiter am Debrasee in unzähligen Kurven bis zum Ohridsee windet. Fahrerisch und landschaftlich wieder mal ein Traum - man könnte es auch auf neuschwäbisch als genialen Flow bezeichnen. Je mehr ich mich dem Ohridsee näherte verschwand auch mein persönlicher Augenkrebs aus meinem Blickfeld - kaum mehr Müll am Straßenrand. Na warum das wohl so ist? Klar, die Stadt Ohrid mit ihrer wunderbaren Altstadt und der auf einem Hügel thronenden Burg mit Stadtmauer ist ein beliebtes Touristenziel.

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Aber mein Ziel war die Passstraße durch den Galicica-Nationalpark bis zum Prespasee. Dort wollte ich mir einen Campingplatz suchen, oder wild campen. Am nächsten Morgen wäre ich dann gleich in Griechenland angelandet. Auf dem Weg zum Abzweig der Passstraße erkannte ich zunächst ein Hinterrad eines Fahrrads mit eindeutigen wasserdichte Packtaschen von Ortlieb. Oder waren es zwei Fahrräder? Also zwei Personen - ja - aber - ahh - ein Tandem! Besetzt von einem jungen Pärchen, die eindeutig zu erkennen auch etwas größeres vor hatten. Ich fuhr langsam neben ihnen und schon begann wieder das typische wo her, wo hin und wo übernachten (?). Die beiden kamen aus Belgien und fahren ebenso für ein halbes über den Pamir bis nach Kasachstan und dann mit der transsibirischen Eisenbahn wieder zurück. Respekt! Als Pärchen auf einem Fahrrad schwärmten die beiden von der Gastfreundschaft in Albanien und dass sie bisher immer zum Übernachten eingeladen wurden. Klar, vor einem schwarzen Mann auf dem Motorrad hat man Angst. Ein nettes erschöpftes Pärchen erzeugt Mitleid ;) Schatzi - nächstes Jahr radeln wir wieder!

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Und zum dritten Male auf dieser Tour wurde ich vom Schnee gestoppt. März ist eindeutig zu früh für solche hochgelegene Straßen. Ich hoffe nur, dass bis Ende Mai der Pamir frei oder zumindest befahrbar sein wird. Also wieder den ganzen Berg herunter fahren, was aber angesichts der Aussicht über den Ohridsee kein Ärgernis ist. Anschließend ging es erneut über die Grenze nach Albanien um von dort eine Querpassage nach Griechenland zu nehmen. Was ich bereits seit einigen Tagen auf meiner Windfinder-App beobachtete, war die aus Westen herannahende Schlechtwetterfront. Meine Richtung war der Osten, so dass ich nur einmal beim Grenzübertritt ein paar Tropfen ab bekam und dann der Front aber auf- und davon fahren konnte.

Sicher war es ein Fehler dieses Land an einem Tag zu durchqueren, da es mit sehr schönen Landstrichen zur Besichtigung einlädt. Beim nächten Mal!